Werther, warum? UA

Solo nach Johann Wolfgang von Goethe

Der bekannte Briefroman über die in ihrer Intensität fast wahnsinnige Liebe Werthers zu Lotte, wird hier erzählt aus Sicht des Adressaten, des Freundes Wilhelm, der durch die Korrespondenz direkt ins bewegende Geschehen involviert ist und sich gefordert fühlt: Wegen seiner Liebe, die er nicht hätte leben dürfen, ist Werther kürzlich freiwillig aus dieser Welt geschieden. Warum musste die bezaubernde geradezu seelenverwandte Lotte auch ausgerechnet einem anderen versprochen sein? Und warum konnte es Werther trotz aller Bemühungen nicht gelingen, sich von dieser Liebe loszusagen? Oder einen Weg zu finden, sie doch zu leben?

Sein guter Freund und Vertrauter, Wilhelm, gräbt nun in den unzähligen Briefen – dem einzigen, das ihm vom so emotionalen Werther geblieben ist: durch sie war er quasi von Anfang an ins Geschehen eingebunden oder zumindest detailliert darüber informiert. Hätte er sie nur genauer lesen müssen? Wäre der Freund zu retten gewesen? Wie hätte er ihn da rausholen können? Was hätte es für Alternativen gegeben, um den Konflikt zu lösen?
Während sich Wilhelm mit diesen Fragen seiner möglichen Mitschuld quält, steigt er immer tiefer in Werthers Geschichte ein: wie wundervoll der davon erzählt, in welch schöne Worte er seine überbordenden Gefühle fasst, wieviel Leben daraus spricht! War es da nicht trotz allem ein Geschenk, dass Werther dank Lotte in einer selten empfundenen überwältigenden Intensität hat lieben können? Denn bei aller Tragik des Endes erzählt doch diese Korrespondenz, von unfassbar großem Glück wie es Freund Wilhelm selbst nie vergönnt war.

Regie: Lothar Maninger
Textfassung: Karen Schultze
Mit: David Liske

Premiere am 04.11.2017 / Spitalhof

Dauer: ca. 75 min (keine Pause)

…absolut fesselnd spielender David Liske... viel Applaus. - GEA, 06.11.17