Through Roses

Musikalisches Drama für einen Schauspieler und acht Solo-Instrumente von Marc Neikrug

in Kooperation mit der Württembergischen Philharmonie

Fast vollständig musikunterlegt wird die Geschichte eines Geigers erzählt, der gezwungen war, im Konzentrationslager aufzuspielen, während andere – darunter ausgerechnet seine Frau – in die Gaskammern getrieben wurden. Dank seiner Virtuosität hat er, der sich nur für seine Musik, aber nie für Politik interessiert hat, Ausschwitz überlebt. Doch immer wieder bricht – ausgelöst von einzelnen Gedanken oder der anspielungsreichen Musik – in aller Intensität die Erinnerung über ihn herein: Wie hatte er angesichts des Grauens weiterspielen können? Warum hat er seine Musik benutzt, um zu überleben? Was bedeutet das für die Musik? Und für sein Leben als Musiker?

In Neikrugs eindrucksvollem Text- und Klanggewebe voller Musik- und Literaturzitate bekommt die zerrissene Seele eines Menschen eine Stimme, der versucht nach dem Ungeheuerlichen wieder ins Leben zurückzufinden. War es die Musik, die ihm Kraft gab? Die Musik, die ihn rettete und gleichzeitig zum Mittäter machte? Die Musik, dieses Zeugnis höchster Geisteskultur und Humanität, die doch im Lager zur Ergötzung der Täter wie Verhöhnung der Opfer missbraucht wurde?

Wie schon bei der Kinderoper Brundibár setzt sich die Tonne – in Zusammenarbeit mit dem Reutlinger Orchester – mit einem wichtigen Kapitel deutscher Vergangenheit auseinander.

Regie: Enrico Urbanek
Ausstattung: Sibylle Schulze
Musikalische Leitung: Frank Zacher
Projektchorleitung: Ulrike Härter
Mit: Thomas B. Hoffmann, Nora Vladiguerov
sowie: Projektchor und Musiker_innen der Württembergischen Philharmonie (Violine, Viola, Violoncello, Klarinette, Oboe, Flöte, Klavier und Schlagzeug)