Der Weg zum Glück

von Ingrid Lausund

Gastspiel des Freien Schauspiel Ensembles, Frankfurt // Monospektakel Solo-Festival

 

Alles beginnt sehr vielversprechend. Es könnte ein ganz harmloser Abend werden für den Schauspieler, schließlich lautet das Thema »Der Weg zum Glück«. Was soll da schon schief gehen? Und »es läuft« doch.

 

Aber dann geht er doch schief – oder geht es schief? Doch wer geht da eigentlich? Und wohin? Hinter was laufen wir da eigentlich her? Die Steuer ist doch schon gemacht und der Urlaub gebucht, wieso ist es dann so schwierig, die Sommerparty von Angelika einfach mal zu genießen? Oder die schöne Wohnung?

 

Ist das etwa nicht »Der Weg zum Glück«? Und überhaupt: Warum sind wir nicht einfach glücklich, wenn wir doch eigentlich alles darüber wissen? Fest steht: Stillstand ist unmöglich! Und so läuft der Protagonist um sein Leben – oder doch um sein Leben herum?

 

Regie: Jürgen Beck-Rebholz

Mit: Markus Gläser

 

Dauer: 85 min, keine Pause

 

 

Ausgesprochen fein ist das Spiel des famosen Markus Gläser, in jedem Moment glasklar, mit einer gespannten Körperlichkeit. Mit einem gewissen Paradoxon lässt es sich sagen, dass Gläser den fatal komischen Irrsinn seiner Figur in einer ausgesprochen gradlinigen Weise darlegt. Diese Nüchternheit – wo andere womöglich dick auftragen würden – vermag für sich einzunehmen. – Frankfurter Rundschau, 19.10.2015

 

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