Echokammer

Uraufführung von Robert Atzlinger // Monospektakel
Robert Atzlinger, Stuttgart

 

Unter Echokammer versteht man einen (virtuellen) Raum, in dem die eigene Ansicht überrepräsentiert ist, und von Gleichgesinnten bestätigt wird.

 

Sie sind alle einer Einladung gefolgt, aber kein Gastgeber erscheint. Während sie warten, nehmen sie zu einander Kontakt auf. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein – von Alter, Bildungsstand, Beruf, Umgangsformen usw. Bald stellt sich heraus, dass ein Thema sie alle verbindet: Verschwörungstheorien. Jede, jeden beschäftigen sie auf spezielle Weise. Als Paranoia, als Sammelobjekt, als Anklage, als Forschungsgegenstand. Sie haben nie voneinander gehört: Sie haben sich bis jetzt in getrennten »Filterblasen« bewegt.

Sie könnten den Ort verlassen… Aber, warum sind sie überhaupt hier? Wer hat sie eingeladen? Ein absonderlicher Kongress beginnt: Wie viel wissen wir über die Welt, in der wir leben? Wird alles von geheimer Hand gesteuert? Steckt hinter jedem Unglück ein perfider Plan? Wer hat die Macht im Staat? Dass der Mensch auf dem Mond gelandet ist, mag mehrheitlich Konsens sein. Aber, leben wir nicht längst in einem Orwell'schen Überwachungsstaat? Wie frei ist die Presse wirklich?

Wenn die Unübersichtlichkeit zunimmt, ist die Versuchung groß, sich bei der Suche nach Sicherheiten in eine Echokammer zurückzuziehen (oder sich nicht aus ihr heraus zu begeben).

 

In einem Raum, der seinerseits Fragen aufwirft und Rätsel birgt, entspinnt sich ein reizvoller Perspektivreigen, der uns in die geheime Welt der fake news und Echokammern führt.

 

Inszenierung: Laura Oppenhäuser
Texte und Spiel: Robert Atzlinger

 

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