Amadeus

von Peter Shaffer

aus dem Englischen von Nina Adler

 

Im Jahre 1823 blickt der Hofkapellmeister Salieri als alter Mann auf sein Leben zurück, und die Bilanz ist niederschmetternd. Einst hatte er mit Gott einen Pakt geschlossen, um mit dessen Hilfe ein großer Musiker zu werden, vorausgesetzt er entsage allem privaten Glück. Nun muss er jedoch erkennen, dass die Nachwelt Mozarts geniale Musik in immer größerem Maße feiert, ihn selbst aber als Komponisten längst vergessen hat, obwohl er einstmals mit infamen Intrigen versucht hatte, die Karriere des jungen Musikers zu verhindern.

 

Damals hatte Salieri mit ansehen müssen, mit welcher Leichtigkeit das Genie Mozart komponierte, in seiner Lebensführung alle menschlichen Schwächen provokant ausleben konnte und sich keinen Moment auch nur um die geringsten musikalischen oder gesellschaftlichen Konventionen scheren musste. Er sah sich von Gott verraten, als ihn der ungleich begabtere Mozart, der scheinbar keinen Preis dafür zu bezahlen brauchte, so mühelos überflügelte. Deshalb fasste den Entschluss, aus Vergeltung für die Ungerechtigkeit Gottes dessen «göttliches Gefäß« zu zerstören. Mozart endet im Armengrab. Doch trotzdem ist Salieris Plan gescheitert. Obwohl das jämmerliche Ende des Genius bereits dreißig Jahre zurückliegt, lebt seine Musik unverändert weiter. In Erwartung seines baldigen Todes entschließt Salieri sich zu einem letzten Schritt und lässt das Gerücht verbreiten, er selbst habe Mozart vergiftet, um wenigstens auf diese Weise noch an dessen Unsterblichkeit teilzuhaben...

 

Ein Stück über den Kampf zweier höchst ungleicher Männer: hier das Genie mit all seinen Gefährdungen und Fragwürdigkeiten und dort die Tragik des vergeblich nach Höherem strebendenden Mittelmaßes.

 

Peter Shaffer wurde 1926 in Liverpool geboren und wuchs in London auf. Nach seinem Ersatzdienst als Bergarbeiter 1944–47 studierte er am Trinity College in Cambridge Geschichte. Danach ging er nach New York, arbeitete dort an der Public Library und kehrte 1954 nach England zurück, wo er dann längere Zeit in einem Musikverlag und als Musikkritiker tätig war. Seinen ersten Erfolg als Bühnenautor hatte er 1958 mit dem Stück FÜNFFINGERÜBUNG. Zu seinen bekanntesten Werken gehören EQUUS (1973), KOMÖDIE IM DUNKELN (1968) und AMADEUS (1979), das nach seinem eigenem Drehbuch 1984 erfolgreich von Milos Forman verfilmt wurde.

 

Peter Shaffer gilt als vielseitiger und experimentierfreudiger Dramatiker, der die verschiedensten Mittel des Theaters von der boulevardnahen Komödienform bis zum episch-analytischen Enthüllungsdrama souverän beherrscht.

 

Regie/Bühne/Kostüme: Steffen Kaiser

Kostümassistenz: Tina Löffler

Mit: Guido Cord Aengenheyster, Carl-Herbert Braun, Antony Connor, David Bredin, Christiane Schoon und Raschid D. Sidgi

Technik/Inspizienz: Boris Gonzalez, Christian Henning, Andreas Renken

 

Premiere am 31. März 2005

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