Kunst

von Yasmina Reza

Kooperation mit dem Kunstverein Reutlingen

 

Kann eine weiße Fläche Kunst sein, nur weil sie als solche deklariert wird? Sollte man für ein Bild, auf dem doch nichts zu sehen ist, Unsummen von Geld ausgeben? Kann man es ernsthaft schön finden oder muss man das unter »Koketterie« oder »Provokation« verbuchen, wenn man sich davon geradezu zu Begeisterungsstürmen hinreißen lässt? Wird nicht die Idee von »Bild« an sich ad absurdum geführt? Darf man es einem Freund verschweigen, wenn man das Objekt seines ganzen Stolzes für völlig überflüssig und sinnlos erachtet? Sollte man es ihm nicht gerade wegen der Freundschaft sagen?

 

An der neusten Errungenschaft von Serge, einem monochrom weißen Bild eines scheinbar berühmten Meisters, spalten sich die Geister seiner langjährigen Freunde Marc und Yvan, die nicht einordnen können, ob ihr Freund sich mit diesem Kauf als Kunstkenner profilieren, ob er sein Geld auf moderne Art anlegen, seinen Snobismus ausleben, sich an den schockierten Reaktionen, die dieses Werk unweigerlich bei der Mehrzahl seiner Betrachter hervorrufen muss, weiden will oder am Ende völlig am Abheben ist. Zwischen wohlwollendem Verständnis, Belustigung und beleidigtem Abwenden, weil die eigenen Probleme in dieser langjährigen Beziehung auf einmal keinen Platz mehr zu haben scheinen, schwankt die Haltung der Freunde. Längst geht es nicht mehr um das Bild oder die Kunst: die weiße Fläche ist vielmehr zur keineswegs neutralen Projektionsfläche geworden mittels derer Selbstbilder und Freundschaft hinterfragt werden.

 

Regie: Karin Eppler

Mit: Robert Atzlinger, Thomas Klees, Gunnar Kolb

 

Premiere: 19.03.2015, Kunstverein Reutlingen

Dauer: ca. 1 Std. 40 Min. (keine Pause)

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