Messer in Hennen

von David Harrower

aus dem Englischen von Felicitas Groß

 

William arbeitet Tag für Tag auf seinem Feld. Er ist zufrieden mit dem, was er hat. Das Dorf liegt in sicherer Entfernung, und die Abgeschiedenheit des Hofes teilt der, den sie auch Pony-William nennen, nur mit seiner jungen Frau. Beide leben in einer Welt des Aberglaubens, in der Gut und Böse noch durch eindeutige Antworten voneinander abgegrenzt sind. Doch die Fragen seiner Frau beunruhigen ihn. Sie sind schlicht aber direkt, und ihre Archaik nähert sich dem Kern der Dinge auf beunruhigende Weise. Ohne ihre Unruhe benennen zu können, kann sie sich mit den Gegebenheiten ihres Daseins nicht abfinden und fordert ihren eigenen Raum: »Ich sag dir, wie ich bin. Ich bin wie nichts, nur ich.

 

Gilbert: «Ich will mehr. In der Stadt gibt es Bücher und Stifte und Papier. Gehört alles Leuten, die ihre Dörfer verlassen haben. Den ganzen Tag sprechen sie über alles, was es gibt auf der Welt.» Junge Frau: «Neue Dinge in meinem Kopf. Jedesmal, wenn ich hinschau. Neue Namen. Ich brauch kein woanders.»

 

Eines Tages schickt ihr Mann sie zum Müller Gilbert an den Fluss, um Korn mahlen zu lassen. Das Dorf rumort, Gilbert trage die Schuld am Tod von Frau und Kind. Für die Dorfgemeinschaft ist er der Andere, der Außenseiter, die Gefahr des Unbekannten; und auch William bläut seiner Frau ein, auf der Hut zu sein: »Was du brauchst, ist Hass. Auf ihn. Das ist es, was er erwartet. In jedem Knochen, den du im Leib hast. Hass. Ist so Brauch im Dorf.«

 

Doch anfänglicher Hass wandelt sich in Faszination. Die Neugier siegt über die Angst vor der Andersartigkeit und die Schrift, die sie vom Müller erlernt, weist ihr den Ausweg in eine mögliche Zukunft: Ihr Wissensdurst wird ihr zur Waffe gegen die lähmende Schicksalsergebenheit. William dagegen wird er zum Verhängnis.

 

MESSER IN HENNEN beschreibt den Konflikt einer Frau zwischen zwei Männern. Er wird zum Konflikt zwischen Stillstand und Entwicklung.

 

Regie/Ausstattung: Enrico Urbanek

Musik: Ralf Stech

Mit: Carl-Herbert Braun, Sabine Hollweck, und Ralf Stech

 

Premiere am 14. Oktober 2004

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