Nordost

von Torsten Buchsteiner

 

Selbstmordattentate, Terroranschläge, Gruppierungen, die mit Gewalt versuchen, ihre Rechte durchzusetzen oder zumindest Aufmerksamkeit für erlittenes Unrecht zu erreichen, sorgen immer wieder für Angst und Schrecken und tragen Konflikte, die uns sonst wenig tangieren, quasi direkt vor unsere Haustür. Die spektakuläre Geiselnahme im Moskauer Musical Theater durch Tschetschenische Rebellen im Oktober 2002, die durch die riskante Erstürmung unter Einsatz von Gas, die für viele der 850 Geiseln tödlich endete, Schlagzeilen machte, nimmt Torsten Buchsteiner in seinem mehrfach preisgekrönten dokumentarischen Stück zum Anlass, dem Phänomen »Terror« in seinen Ausprägungen, Beweggründen und Folgen nachzuspüren: Aus der Perspektive von drei unterschiedlich involvierten Frauen, deren Erleben und Denken durch die Ereignisse unfreiwillig immer stärker miteinander verwoben werden, entsteht spannend und berührend ein jeweils sehr persönliches Bild dieser Geiselnahme. Als Protest gegen die Ermordung ihres Mannes agiert eine junge Tschetschenin mehr oder weniger gewaltbereit unter den Geiselnehmern und stellt ihr Tun immer wieder in Frage; eine Musicalbesucherin, die einen unterhaltsamen Theaterabend erleben wollte, wägt ab, vermittelt und redet um ihr Leben und eine zum ungewöhnlichen Einsatz gerufene Ärztin, die noch erfährt, dass sich ihre Tochter unter den Geiseln befindet, hat viel Zeit zum Nachdenken, während sie angstvoll abwarten muss, dass sie gebraucht wird in der Hoffnung, nicht tätig werden zu müssen.

 

Regie/Ausstattung: Enrico Urbanek

Musik: Jan Paul Werge

Mit: Galina Freund, Yvonne Lachmann, Chrysi Taoussanis

 

Premiere am 24. März 2011

Dauer: ca. 80 min (keine Pause)

 

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